Das Quadrat in der Sammlung

28. 6.–23. 12. 2009


Auch in der Ausstellung Das Quadrat in der Sammlung ist Bernard Aubertin präsent. Über alle zwölf Ausstellungswände zieht sich die Serie der Carré Or, Or Klassik. 100 Goldflächen, je 100 x 100 cm groß, bilden eine Reihe von 'Ur-Quadraten', an welchen sich alle anderen Exponate messen und ausrichten.

Nicht zufällig ist das Quadrat das bevorzugte Bildformat der konkreten Kunst. Es ist neutral, geometrisch konstruiert, ohne Verbindung zur Natur und es ist effizient, denn es erfordert, wie der französische Künstler François Morellet einmal bemerkte, bei der Formatbestimmung vom Künstler nur eine einzige Entscheidung.

Rund 70 Werke von 28 Künstlern wurden aus der Sammlung ausgewählt und hängen nun neben, über oder unter den goldenen Ur-Quadraten. Natürlich eine Hommage to the square von Josef Albers und ein auf die Spitze gestelltes Quadrat von Max Bill. Weiße Quadrate (Tom Benson, Martin Loosli, Gerhard Wittner), bunte Quadrate (Hartmut Böhm, Horst Bartnig, Henryk Stazewski). Quadrate aus Legosteinen (Karl Duschek) oder Kupferplatten (Peter Roehr), aus Filz, Styropor oder Gipskarton (John Nixon), Quadrate voller Nägel (Günther Uecker) oder bedeckt mit Markierungspunkten (Steffen Schlichter). Quadrate aus durchlöcherten Plastikfolien (Dadamaino) oder aus Dachdeckerleim (John Beech). Quadrate, die wegkippen oder sich stapeln (Anton Stankowski). Von Graphitstrichen geschwärzte (Gottfried Honegger, Dimitry Orlac), mit geometrischen Linien und Flächen gerasterte Quadrate (Max Hermann Mahlmann, Günther Wizemann). Zufallslinien und Metallgitter (François Morellet), Strömungsfelder (Herman de Vries), Würfelschnitte (Manfred Mohr), Kreissegmente (Vera Molnar), Sägeschnitte (Ad Dekkers, Klaus Staudt) und, ganz am Ende der Ausstellung, die 17.731 gemalten, kleinen schwarzen Quadrate von Aurelie Nemours.

Die Ausstellung Das Quadrat in der Sammlung zeigt Werke, die unterschiedlicher nicht sein könnten und deren Gemeinsamkeit, das quadratische Bildformat, für den Betrachter von Bild zu Bild immer unwesentlicher wird. Die Eigenschaft 'quadratisch' zu sein, so zeigt die Ausstellung, ist nur ein kleiner, gemeinsamer Nenner, eine Basisinformation. Wie immer in der Kunst, so ist auch hier das Besondere viel spannender als das Allgemeine.

Fotos: Manfred Wandel