Sammeln, archivieren, ausstellen sind die wesentlichen Aufgaben der Stiftung.

1988 begann die Stiftung ihre Tätigkeit auf der Basis einer privaten Kunstsammlung und Bibliothek. Heute besitzt sie eine eigene 'Sammlung Stiftung für konkrete Kunst' und sie beherbergt ein umfassendes Archiv zur Kunst des 20.Jahrhunderts. Die 'Sammlung Wandel' steht der Stiftung bis heute als Arbeitsmaterial zur Verfügung. Darüberhinaus wurden zahlreiche Kunstwerke und Dokumente der Stiftung als Schenkung oder Dauerleihgabe anvertraut, darunter eine umfassende Sammlung russischer Ikonen (Sammlung Goltermann). Zwei eigenständige Archive, das 'Archiv Max Bense' und das 'Archiv Bernard Aubertin' wurden in die Stiftung eingebracht. Die Stiftung verwaltet und betreut das Depot der Künstler Bernard Aubertin und Christian Wulffen.

Mit thematischen Ausstellungen wie 'Ordnung im Chaos' (1988), 'Linie Farbe Fläche' (1990), 'Die konkrete Zeit' (1996) oder 'Raumformat' (2000) hat die Stiftung immer wieder versucht, Werke der konkreten Kunst nicht isoliert zu zeigen, sondern in einen umfassenden kulturellen, wissenschaftlichen, gesellschaftlichen Kontext zu stellen. Die russische Ikone und die monochrome Fläche, das Bauhausmöbel und die gemalte Linie, Ziel solcher Konfrontation ist die Sensibilisierung von Wahrnehmung und die Vermittlung von Zusammenhängen. Neben großen Retrospektiven von Soto, Morellet, Honegger, Nemours, Dadamaino oder Aubertin, stellte die Stiftung international bekannte Künstler wie Molinari, Kuwayama oder Yun erstmals in Deutschland vor oder gab jungen Künstlern wie Wulffen, Orlac, Meyer oder Schlichter ein erstes größeres Forum.

Im Mittelpunkt der Stiftungsarbeit steht die persönliche Vermittlung von Kunst und Kultur im weiteren Sinne. Jeder Besucher wird individuell betreut, im Gespräch durch die Ausstellung begleitet. Dieses Konzept, welches seit zwanzig Jahren besteht und realisiert wird, ermöglicht eine besonders intensive Auseinandersetzung mit den Exponaten und der Ausstellungskonzeption. Die Besucherstruktur ist heterogen, ein Drittel der Besucher kommen aus der Region, ein Drittel aus Deutschland, ein Drittel aus Europa und Übersee.

Durch Leihgaben steht die Stiftung in ständiger Verbindung mit Museen und Kunstinstitutionen im In- und Ausland. Werke aus der Sammlung waren bereits in ca 70 nationalen und internationalen Institutionen (von Amsterdam, London, New York, Paris bis Zürich) ausgestellt. Gemeinsame Ausstellungsprojekte wurden u.a. mit der Galerie nationale du Jeu de Paume, Paris, dem Musée de Grenoble, der Národnì Galerie, Prag oder der Kunsthalle Mücsarnok in Budapest durchgeführt.